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Tom

Grand Master of Rocketry


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Tom

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Beitrag 3630 [Alter Beitrag23. Februar 2001 um 18:46]

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Nachdem wir immer wieder über die Schwankungen bei Antrieben diskutiert haben, stellte sich mir folgende Frage:
Wie können wir Flieger aktiv an der Qualität der Treibsätze mitarbeiten ?
Vielleicht durch regelmäßiges Testen auf Prüfständen ?
Eventuell zu unterschiedlichen Temperaturen (sommer/Winter) ?
Dazu bedarf es um eine objektive Aussage zu machen eines Prüfstandes.
Hier stellt sich nun meine Frage an die Spezialisten unter euch:
Wie aufwendig, kostspielig ist es einen Prüfstand selber zu bauen ?
Was brauche ich dazu um vernünftige Ergenisse zu erhalten ?
Wer hat denn schon einen Prüfstand gebaut ?
Tom
Peter

alias James "Pond"


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Peter

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Beitrag 3631 [Alter Beitrag23. Februar 2001 um 19:08]

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Ein richtig guter Prüfstand gehört mit zum schwierigsten, was das Hobby anzubieten hat. Das ist wohl ein Grund, weshalb es so wenige gibt. Man muß einerseits eine präzise Mechanik haben, andererseits eine sehr gute Elektronik und drittens ein vernünftiges Auswertungprogramm.
Die "Schallmauer" dabei sehe ich im Geländeeinsatz. Klar kann man eine elektronische Küchenwaage irgendwie an eine PC-Meßwertkarte anschließen. Aber der Steckkarten-PC hängt von der Steckdose ab. Und wer von uns kann es sich schon leisten, die Waage mal kurz auf den Balkon zu stellen und dort zur Freude der Nachbarn die Treibsätze abzufackeln (aber auch solche Leute gibts..). Der Portable PC löst das Problem auch nicht, denn er hat keinen Platz für die Meßwertkarte. Es sei denn, man treibt eine Meßwertkarte im PCMCIA Format auf oder bastelt sich eine PC-Anbindung über RS232 oder die Druckerschnittstelle.
Aber selbst dann wäre die umgebaute Waage nur eine dürftige Lösung. Alles was ich in der Richtung ausprobiert habe, schwingt ganz enorm. Das bedeutet: bei plötzlicher Laständerung -also z.B. bei der Zündung und dem starken Startschub- oszillieren die Meßwerte in weitem Bereich um den wahren Wert herum, bis sich der Kraftaufnehmer nach vielen Zehntelsekunden eingeschwungen hat. (Bei meiner ersten Soehnlein Waage habe ich das softwaremäßig entzerrt.)
Viel besser ist der Einsatz von Dehnungsmeßstreifen, aber da ist die Elektronik bereits anspruchsvoll. Und zwar ganz besonders dann, wenn man sie mit einem Mikroprozessor verbindet und den Prüfstand mit Akku betreibt.
Damit kann man dann wirklich ins Gelände gehen und braucht dort keinen PC mehr (zuhause dann schon wieder), denn der Prüfstand ist nun gleichzeitig ein Meßwertspeicher. Was natürlich zusätzlich erfordert, daß man später die gespeicherten Werte z.B. über RS232 in den PC auslesen kann.
Und dort brauchts schon ein Stück Software, um aus den Zahlenkolonnen eine vernünftige Grafik zu machen und die Leistungsdaten zu berechnen.
Doch das alles sollte uns nicht abschrecken. Ich finde es sehr notwendig, mit eigenem Prüfstand zu arbeiten.
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